Chronik der Musikkapelle Tisens

Die Musikkapelle Tisens ist ein in der Gemeinde Tisens ansässiger, kultureller Verein mit Tätigkeit im Kirchlichem und Weltlichem Dorfleben. Der Hauptort Tisens mit den Fraktionen Prissian, Gfrill, Grissian, Platzers und Schernag liegt eingebettet in Obstgärten und Kastanienheinen im Tisner Mittelgebirge zentral zwischen Meran und Bozen auf einer Höhe von 630 m . Die Gemeinde reicht vom Etschtal (ca.250m) bis zur Laugenspitze(2700m), und zählt 1800 Einwohner.


Das Gründungsjahr der Musikkapelle Tisens wird mit dem Jahr 1816 angenommen. Seit der Gründung des Verbandes Südtiroler Musikkapellen (1948) ist die Musikkapelle Tisens Mitglied im Bezirk Meran.
Von 1870 bis 1978 waren ausschließlich Kapellmeister aus unserem Ort tätig. Dann wurde die Leitung der Kapelle zeitweilig an Professoren des Konservatoriums „Claudio Monteverdi“ in Bozen übertragen (1978 an Prof. Otto Rabensteiner, 1979-1982 an Prof. Iginius Ferrari). Von 1966 bis 1978 und von 1982 bis 1984 wurde die Kapelle von Prof. Walter Langebner aus Tisens geleitet. Anschließend wurde die Kapelle wieder von Kapellmeistern aus unserem Ort geleitet (Otto Wallnöfer von 1985 bis 1991 und von 1995 bis 1997 und Leo Haas von 1992 bis 1994 und von 04.04.1997 bis zum 28.07.1999). Seit diesem Datum wird sie von Martin Graber aus Lana geleitet ,der ab März 2002 wieder von Kapellmeister Leo Haas (nach Beendigung des Musikstudiums in Wien ) abgelöst wird.
Während des ersten Weltkrieges wurde die Kapelle von 1914 bis zum 20.11.1918 aufgelöst und dann neu gegründet. Während der fasischtischen Herrschaft (1920 bis 1943) in Italien, hingegen erfolgte die Auflösung nie gänzlich. Damals mußte in einer Art Uniform aufgetreten werden und das musikalischen Programm mußten drei faschistische Stücke Beinhalten. Während dieser Zeit spielte die Musikkapelle in Assiago (Prov. Vicenza) für den Thronfolger von Italien Umberto von Savojen ... in der Burggräfler Tracht!! Das Tragen von Trachten war damals in Südtirol strengstens verboten.1945 wurde das erste Komitee gewählt, es bestand damals aus dem Obmann (Alois Menghin, Prissian), dem Kapellmeister (Anton Tribus, Köfele Tisens) und einem Kassier. 1948 wurde ein eigenes Probelokal gebaut. Zuvor wurde auf verschiedenen Bauernhöfen im Ort geprobt.
1957 teilte sich die Kapelle in die Musikkapellen Prissian und Tisens. 1961 wurde von der „hohen“ auf die „tiefe“ Instrumentenstimmung umgestellt. Am 02.02.1975 konnte das erste Frühjahrskonzert im festlichen Rahmen mit großem Erfolg dargeboten werden. Mit Ausnahme von 1979 wurde das Konzert traditionell jedes Jahr aufgeführt. Das neu einstudierte Programm stellt für unsere Kapelle immer wieder den musikalischen Höhepunkt dar. Im Jahr 1979 erhielt die Kapelle die neue Vereinsfahne, welche von Herbert Schönweger (Meran) entworfen und am 15.08.1979 im Rahmen des Tisner Kirchtagsfestes von Dekan Johann Kerschbaumer gesegnet wurde. Die letzten Höhepunkte der Kapelle waren sicherlich das Wertungsspiel 1988 in Meran anläßlich des 40-jährigen Jubiläums des Verbandes Südtiroler Musikkapellen, bei dem die Bewertung „ausgezeichnet“ in der Oberstufe unter der Leitung von Kapellmeister Otto Wallnöfer erreicht werden konnte und das Internationale Musikfestival 1994 in Roskilde (Dänemark), bei dem wir von 18 Teilnehmern aus aller Welt den ausgezeichneten 9. Rang unter Kapellmeister Leo Haas erreichen konnten. Heute zählt die Kapelle 49 Mitglieder, davon 37 aktive Mitglieder, 4 Marketenderinnen, einem Fähnerich und 7 Ehrenmitgliedern.
In letzter Zeit konnte die Musikkapelle einen steten Zuwachs durch die Jugendarbeit in Verbindung mit der Musikschule Lana verzeichnen.
Durch einige Auslandsbesuche konnte die Freundschaft zu der Musikkapelle von Behamberg (A) und dem Musikverein Weilstetten (D) gepflegt werden.
Walter Langebner war ein Kapellmeister, der sich bereits sehr früh zur Aufnahme von modernen Stücken mit Einbindung elektronischer Instrumenten entschloss,und so eine noch nicht alltägliche Programmgestaltung der Blasmusik vorweisen konnte. Die folgenden Kapellmeister (v.a. Otto Wallnöfer) konnte in dieser Richtung noch intensiver arbeiten und moderne Kompositionen zeitgenössischer Komponisten ließen uns hoch gesetzte Ziele erreichen.
Dem Einsatz der Kapellmeister, Obmänner und Jugendleiter ist es zu verdanken daß jung und „alt“ in unserem Dorf gemeinsam musiziert haben, und werden. Die Kapelle stellt somit für unsere Gemeinde einen unschätzbaren Wert dar.